München, der 13.02.2017. Die SPD-Landtagsfraktion möchte Studierende in die Hochschulleitung aufnehmen und sie von Anfang an als gleichberechtigte Partner in die Gestaltung der Rahmenbedingungen
an Hochschulen einbinden. Ein entsprechender Gesetzentwurf wurde heute (13. Februar
2017) im Bayerischen Landtag vorgestellt. „Durch die Einbindung von Studierenden in die Hochschulleitung wollen wir eine Möglichkeit schaffen, dass Studierende gemeinsam mit dem wissenschaftlichen Personal an einem nachhaltigen Konzept ihrer Hochschule arbeiten können. So kann es gelingen, deren Perspektiven gleich bei der Entscheidungsfindung einzubringen”, erklärt die SPD-Hochschulsprecherin Isabell Zacharias.

Die Mitglieder der Hochschulleitung sind in Bayern derzeit auf den Kreis der Professorinnen und Professoren, der wissenschaftlichen sowie der künstlerischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschränkt.

Das innovative Konzept, die Aufgaben der Hochschulleitung zusätzlich in die Hände von Studierenden zu legen, wird bereits an vier Hochschulen in Deutschland praktiziert: An der FH Potsdam, der privaten Zeppelin-Universität Friedrichshafen, der Universität Rostock und an der Hochschule Eberswalde. Auch in Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Niedersachsen wird diese Möglichkeit im Hochschulzukunftsgesetz eröffnet.

Jennifer Becker, Studentische Vizepräsidentin der Fachhochschule Potsdam, berichtete
bei der Pressekonferenz von ihren positiven Erfahrungen in ihrer Position. „Das Amt der studentischen Vizepräsidentin ist eine große Hilfe zur Förderung des Informationsflusses zwischen den einzelnen Parteien. Besonders wichtig sind für mich die Themen Gleichstellung, Antidiskriminierung und Inklusion und ich arbeite daran, dass diese an der Hochschule noch aktiver umgesetzt werden. Die Interessen der Studierenden dabei einzubringen, gelingt durch den direkten Kontakt viel effektiver.”

Dass sich auch die Studierenden im Freistaat Bayern für das demokratische Modell ausgesprochen haben, machte der studentische Senator der Hochschule München, Constantin Pittruff, deutlich: Die landesweite Konferenz der Allgemeinen Studierendenausschüsse (ASten) habe sich bereits dafür ausgesprochen. Wir möchten, dass die Studierenden eine Stimme haben in der Hochschulentwicklung”, erklärte Pittruff bei der Pressekonferenz. Der studentische Senator spricht sich dafür aus, dass Hochschulen selbst entscheiden, ob sie Studierende in die Hochschulleitung aufnehmen. Wenn sie es allerdings tun, könnte es sich lohnen: Pittruff sieht in der Partizipation der Studierenden auch ein sehr positives Alleinstellungsmerkmal.

Den SPD-Entwurf zur Änderung des Hochschulgesetzes findet Ihr hier. (PDF, 127 kB)

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