München, der 28.09.2016. In den Verhandlungen um das Münchner Semesterticket konnten sich Studentenwerk und Studierende mit MVV und Verkehrsunternehmen auf ein Modell zur dauerhaften Fortführung ab dem Sommersemester 2017 verständigen. Nach der kräftigen Preiserhöhung um 15,4 Prozent zum kommenden Wintersemester 2016/17 wird das Gesamtticket zum Sommersemester 2017 nur noch leicht um 5,50 € auf 259,50 € erhöht. Die Preise gelten auch noch für das Wintersemester 2017/18 und werden dann an die Preisentwicklung des Ausbildungstarifes II gekoppelt. Dieses Modell wird den Studierenden der Ludwigs-Maximilians-Universität (LMU), der Technischen Universität München (TUM) und der Hochschule München (HM) im November zur Abstimmung gestellt.

Nach monatelangem Ringen konnte in den Verhandlungen um das Münchner Semesterticket nun endlich eine dauerhafte Lösung für das Erfolgsmodell erzielt werden. Seit der Einführung im Jahr 2013 lief das Semesterticket mit konstant hohen Kaufquoten von bis zu 75 Prozent im Probebetrieb und wurde mehrfach, zuletzt sogar jedes Semester, preislich erhöht. Die letzte Erhöhung, die zum kommenden Wintersemester 2016/17 wirksam wird, betrug dabei 15,4 Prozent.

Das nun vorgelegte Angebot sieht nur noch eine relativ geringe Preissteigerung zum Sommersemester 2017 vor. Der Preis des Solidarbeitrags wird somit im Sommersemester 2017 und Wintersemester 2017/18 für alle Studierenden 66,50 € sowie für die optionale IsarCard Semester 193 € betragen. Bei Uhrzeiten und Gültigkeitsbereichen bleibt die Leistung unverändert. „Wir haben uns dafür eingesetzt, das Erfolgsmodell Semesterticket bei gleich bleibender Leistung zu verstetigen“, so Florian Groß, Mobilitätsreferent an der TUM. „Wir sind erleichtert, dass nun ein Kompromiss gefunden werden konnte, der ein gutes Angebot für viele Studierende darstellt und für mindestens fünf Jahre fortbestehen wird. Wir möchten uns hierfür auch bei Oberbürgermeister Dieter Reiter, der stets hinter dem Semesterticket stand, und allen Unterstützern bedanken“, ergänzt Nora Pohle, studentische Vertreterin im Senat an der TUM.

Über die dauerhafte Weiterführung des Semestertickets wird es Anfang November 2016 eine Urabstimmung unter den Studierenden der LMU, TUM und HM geben. Das oben stehende Angebot gilt als angenommen, wenn sich die Studierenden an allen drei Hochschulen jeweils mit einfacher Mehrheit dafür entscheiden.

Die Verhandlungen um eine langfristige Weiterführung gestalteten sich jedoch schwierig. Denn von Seiten der Verkehrsunternehmen wurden noch deutlich höhere Steigerungen des verpflichtenden Solidarbeitrages oder auch die Verschlechterung des Angebotes in Form ein Reduzierung seiner Geltungsdauer gefordert. „Für uns sind weitere Preissprünge untragbar, schließlich muss das Semesterticket im Vergleich zu den alternativen Tarifen für den überwiegenden Anteil der Studierenden rentabel bleiben“, so Maximilian Frank von der Geschäftsführung der Studierendenvertretung LMU. Besonders wichtig ist dies, da die Studierenden im Unterschied zu allen anderen Tarifen verpflichtend einen Solidarbeitrag bezahlen müssen.

Ein großer Teil der Schwierigkeiten und Verzögerungen, die im Verlauf der Verhandlungen aufgetreten sind, sind der fehlenden Einbindung von Studentenwerk und Studierenden in die Marktforschung der Verkehrsunternehmen geschuldet. Wenn in einigen Jahren erneut eine Marktforschung zur Neubepreisung des Semestertickets durchgeführt werden sollte, fordern die Studierenden daher eine frühzeitige und vollumfängliche Beteiligung sowie eine repräsentative Stichprobe aus dem Matrikelverzeichnis.

In der zurückliegenden Pilotphase übernahm die Landeshauptstadt München eine Bürgschaft, die eventuelle Mindereinnahmen der Verkehrsunternehmen ausgeglichen hat. Langfristig muss sich das Semesterticket jedoch ohne Zuschüsse von Seiten der Stadt tragen. Die Preissteigerungen, die das Ticket seit der Einführung im Wintersemester 2013/14 zu einem Gesamtpreis von 200 € mitgemacht hat, sind enorm: eine Teuerung um 27 Prozent innerhalb von drei Jahren sind mit keiner Preissteigerung anderer Tickets im Münchener Nahverkehr vergleichbar.

„Die Preissteigerungen beim Semesterticket von 27 Prozent in nur drei Jahren übersteigen die bisherigen Ausgleichszahlungen der Stadt München um ein Vielfaches. Es kann in keinem Fall davon gesprochen werden, dass das Semesterticket die Hauptursache für die allgemeine Preissteigerung in anderen Tarifen ist. Für den Hochschulstandort München mit über 100.000 Studierenden bleibt das Ticket ein Standortargument als Gegenpol zur Entwicklung des Wohnungsmarkts“, so Florian Heinritz, Mobilitätsreferent an der HM. Einem Bericht aus der Presse in der letzten Woche, die Studierenden seien bei der Anpassung der MVV-Preise verschont worden, möchten die Studierenden daher entschieden widersprechen.

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